Keine Meisterleistung.

Spandau Gestern, am 11.08.2011 hatte die SPD in das Altstadtcafe eingeladen um den Masterplan für die Altstadt vorzustellen. Vorgetragen wurde das ganze vom Bürgermeisterkandidaten der SPD, Herrn Kleebank. SPD-Fans sollten jetzt lieber nicht weiter lesen, es war nicht meisterhaft.

Die Einleitung übernahm der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz, der als erstes kritisierte, das der Vertrag mit der „Partner für Spandau GmbH“ ohne Diskussion und Beschluss der BVV bis 2017 verlängert wurde. Auch wenn wir oft Kritik geübt haben, so ist die „Partner für Spandau GmbH.“ immerhin ein Anfang und tut etwas für Spandau. Wir von der Xing Community hatten oft den Eindruck, dass Herr Dettmann alleine dasteht und es sehr schwer hat sich gegen die Politik und einzelne Gewerbetreibende durchzusetzen

Nachdem Herr Kleebank den Ablauf der Veranstaltung skizziert hat folgte ein virtueller Rundgang durch die Altstadt. Es wurden Bilder unserer Altstadt an einem Sonntag gezeigt. Da ist die Altstadt zu bestimmten Zeiten genau wie der Mond, nämlich genauso menschenleer und tot. Zwischen den Bildern wurden dann immer wieder Bilder von den Altstädten kleiner Städte gezeigt. Kritik seinerseits wurde an den Auslagen der Geschäfte, an der Fassadengestaltung, an der mangelhaften Ausschilderung zu historischen Orten und andere Gestaltung der Brunnen geübt.

Wie sieht sein Masterplan aus? Kunst! Herr Kleebank will die Altstadt mit Kunstobjekten auf hübschen. Was noch? Mehr kam von Herrn Kleebank nicht, der auch etwas unsicher wirkte und einige seiner Vorschläge auch mit den Worten kommentierte, er wüsste nicht ob das überhaupt machbar wäre. Die Vorschläge sollten im Rahmen der anschließenden Diskussionen von den Gästen gemacht werden, was er damit begründete, das er die Bürger beteiligen wolle.

Also Bürgerbeteiligung ja, auf jeden Fall. Aber ehrlich, da hätte ich mehr erwartet. Wenn man sich als Bürgermeister bewirbt und von einem Masterplan spricht, sollte man auch einen haben oder? Nur Kunst reicht leider nicht. Herr Kleebank hätte eine ganzheitliche Strategie aufstellen müssen mit dem Hinweis, dass man jedes Detail noch näher betrachten muss und diese zur Diskussion stellen sollen, nicht umgekehrt. Auch der Vergleich mit Städten, wie z.B. Schwäbisch Hall hinkt. Diese haben nicht das Pech gehabt wie Spandau 1919 von einer andern Stadt annektiert zu werden und dürfen sich noch wirklich selbst verwalten. Die Städte haben auch nicht immense Kriegsschäden erlitten.

Wir Spandauer haben aber Ideen, es wurden viele gute Anregungen und Fragen in den Raum geworfen. Am besten skizzierte Herr Galle vom Schuhhaus Ega die Situation und stahl Herrn Kleebank die Schau. Zuviel Hartz IV Empfänger. Dass Klientel, welches in der Altstadt einkauft hat kaum Kaufkraft. Besondere Geschäfte lohnen daher nicht. In Punkte Sauberkeit hat sich etwas getan. Auch die Biertrinkerfraktion blockiert nicht mehr die Bänke am Markt. Sicherheit und Beleuchtung sind nach wie vor ein Thema. Auch, dass im wahrsten Sinne des Wortes die Bordsteine hochgeklappt werden, wurde kritisiert. Die Kirchen sollen länger offen bleiben.

Auch interessant; der Einwurf von Bodo Byszio, Sprecher der „Grünen Perspektive Spandau“ zum Thema die Spandauer Altstadt für Fahrradfahrer interessanter zu machen. Wir haben eine Menge Ideen eingebracht und was nun? Von Herrn Kleebank hätte ich mir konkreteres zur Umsetzung dieser Themen erwartet, zumindest im Ansatz. Das Thema Kunst lässt sich ja, wie ein SPD Mitglied und Freund Kleebanks durchaus realisieren, indem ein Wettbewerb veranstaltet wird und Sponsoren gefunden werden. Das ging in Richtung der Geschäftsleute. Das kann aber nur ein Teilschritt oder der zweite Schritt sein.

Übrigens in Spandau aktuell ist zu lesen „Die Altstadt auch durch die Entwicklungslinien in umliegenden Stadtteile besser sichtbar werden. Dies schließt auch die Gestaltung der Verbindungen zur Zitadelle, zu den Spandau Arcaden und zum Postgelände ein, für dass eine angemessene Nutzung entwickelt werden muss.Fein sehe ich auch so. Auf meine Frage welche Nutzung er sich den vorstellen könnte, haben wir eine ausweichende Antwort bekommen. Die Post würde nicht zu Altstadt gehören und wäre dafür nicht wichtig. Er würde sich auf der derzeitigen Lösung anschließen. Aha, wie jetzt, kennt der Mann seinen eigenen Plan nicht? Also bitte, welche Nutzung hält Herr Kleebank für angemessen?

Fazit: Herr Kleebank hat eine Chance vertan seine Kritiker zu überzeugen. Das was nicht gut ist wussten wir alle. Herr Kleebank wirkte farblos, eigene Ideen? Fehlanzeige. Nur ein schlechtes Bild von der Altstadt zeigen und auf die Lösungen von den Andern hoffen reicht nicht aus um sich als Bürgermeister zu profilieren. Wo war sein Masterplan?

Übrigens die Xing Community Spandau war zahlreich vertreten und diskutierte noch leidenschaftlich über das Thema. Ich hatte Herrn Kleebank ja gebeten sich auch noch mal mit uns zu beschäftigen: Es scheint aber so, dass er uns wirklich nicht ernst nimmt und auch kein Interesse daran hat sich mit uns zu unterhalten. Nach seiner verbalen Entgleisung auf Facebook hatte ich gehofft, dass er den Sachverhalt doch noch richtig stellt. Aber Herr Hoffmann hat den Vorfall im Forum schon richtig gewertet.

Einige Vorschläge der Xingler fand ich richtig gut. Partner für Spandau braucht Unterstützung. Frau Mainz vom Satt und Selig hatte gleich mehrere Ideen. Besucher der Zitadelle, die vom Bahnhof kommen lernen automatisch die Altstadt kennen. Wer mit der U-Bahn kommt verpasst die Altstadt. Da muss man halt Werbung machen. Vor und an den Bahnhöfen machen. Auch am Spandauer Bahnhof sollte mehr Werbung platziert werden. In den Arcaden sollte es an exponierter Stelle ein kleinen Altstadtladen eingerichtete werden um die Verbindung zur Altstadt herzustellen. Auf dem Gelände der Post könnte zur Not auch ein Parkhaus mit einer Dachterrasse und einem Club entstehen. Wie gesagt viele Ideen von uns, aber umzusetzen sind diese nur mit einem kompetenten Bürgermeister.

Uwe Abel

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