Vor den Mauern

Spandau Als ein gewisser Joachim Witt die Zeilen „Kurz vor den Mauern unserer Stadt steht eine Nervenklinik…..“ im Mai des Jahres 1981 in den Äther schleuderte, haben viel Spandauer gedacht, der singt doch über unser Nervenklinik in der Griesinger Straße; scherzhaft „Fünfer Endstation“ genannt. Wegen der Buslinie 5 die dort hielt.

Ich war auch in der Nervenklinik. Nein nicht als Insasse. Manch einer mag sich ja beim Lesen des einen oder anderen Beitrages von mir schon gewünscht haben, dass ich in die Gummizelle gesperrt werde. Nein jetzt mal im Ernst im Rahmen einer ABM hab ich dort mehrere Monate mit Unterbrechung gearbeitet. Mehre Abteilungen hab ich dort kennen gelernt.

Heute wissen wir, dass unsere Nervenklinik nicht gemeint war, sondern dass der Text allgemein gültig war. Nervenkranke wurden meistens außerhalb der Stadt verwahrt, damit sich keiner belästigt fühlt. Unsere Mauer war real, die der andern Städte meistens nur symbolisch.

Seit März 2007 ist die Nervenklinik nun geschlossen. Das Gelände liegt brach und verwildert. Es wird von vielen wilden Katzen bevölkert, die anscheinend von jemand versorgt werden. Das Gelände wird bewacht. In letzte Zeit bin ich öfters vorbeigefahren. An der Griesingerstraße sieht das ganze noch etwas romantisch verwunschen aus. Fährt man aber mit dem Fahrrad hinten am Mauerradweg lang wird es gruselig. An einigen Gebäuden sind die Fenster kaputt und de Gardinen wehen aus den Fenstern. Der Zaun ist kaputt. Theoretisch könnte man sich auf das Gelände schleichen, wenn da nicht der große Hund wäre.

Was haben wir nun hier ein riesiges Gelände mit vielen Gebäuden. Soweit ich weiß gehört es noch dem Vivantes Konzern. Eröffnet wurde die Klinik übriges 1961. Etwas mehr Informationen und Bilder finden Sie hier: LNK Spandau

In der LNK arbeiteten auch Persönlichkeiten, z.B. Dr. Waltraud Balla. Sie war die erste Fachärztin für Jugendpsychiatrie und leistete nicht nur als Chefärztin in der Nervenklinik Spandau Pionier und Aufbauarbeit. Dafür bekam Sie 2002 das Bundesverdienstkreuz. Oder Gerhard Röthler, der in der LNK als Musiktherapeut arbeitete. Christiane F. und andere „Kinder vom Bahnhof Zoo“ waren hier zum Entzug.

Also was soll nun aus den Gebäuden und dem Gelände werden. Wann und vor allem wer erweckt die LNK aus dem Dornröschenschlaf? Wie kann man dieses Gelände überhaupt nutzen? Leider ist dies ja nicht das einzige Gelände in Spandau, das ungenutzt vor sich hin schlummert. Da wäre z.B. noch die alte Post.

Das einzige was mir einfällt wäre eine Wohnanlage für Senioren und Menschen mit Handicap. Bevor man neue Einrichtungen baut, sollte man prüfen, wie man die Anlage dafür nutzbar machen kann. Für ein Gewerbe oder einen Gewerbepark fehlen sicherlich die Investoren. Aber vielleicht gibt es ja noch andere Pläne. Es wäre schade, wenn das Gelände völlig verkommen würde.

Uwe Abel

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3 Kommentare zu “Vor den Mauern”

  1. Ich finde es sehr schade, dass dieses Gebäude völlig verfällt. In den achtziger Jahren habe ich dort meine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und ich erinnere mich sehr gerne daran. Schön war es!Die kleinen Pavillions, das Wildgehege, unsere Unterrichtsschwester, unser Kurs… Traurig, dass die NKS nicht anders genutzt wird.

  2. Ich liege gerade gegenüber der NKS, von den Spandauern so genannt und bin zutiefst erschüttert wie dieses grosse Areal verkommt. Die Idee einer Anlage für Senioren wäre wahrscheinlich die Beste und kostenniedrigste Variante.
    Ich war früher auch in dieser Klinik und habe fast alle Räumlichkeiten etc. Kennengelernt.
    Ich finde es sehr schade denn es war auch für viele Menschen wie ein Auffangbecken.
    Wo sind nun die ganzen Leute, Jugendlichen und,und,und hin?
    Man kann nur hoffen das dem Vivantes und Spandau etwas zu dem grossen Gelände einfällt bevor es ganz zu spät ist.
    Kommentar von „einer“ aus Spandau.

    1. Auch ich komme aus Spandau und kenne diese Klinik als sie noch belebt war, nicht persönlich aber oft genug vorbei gegangen und kannte einige die dort arbeiteten. Es ist so schade darum und hoffe das es sinnvoll mal genutzt wird , z.B. für Senioren oder Jugendliche, nur hoffe ich, das dort nicht Hochhäuser gebaut werden und etliche Menschen dort wohnen und alles ringsherum verdreckt und laut wird.Es sollte von unseren lieben Politikern doch noch etwas Sinn für die Natur und deren Lebensräume vorhanden sein, denn je mehr Menschen je mehr Dreck und Vandalismus. AUCH Spandau sollte noch ein paar ruhige Orte haben. LG D.B.aus Spandau

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