Einlage ohne Wahl

Eigentlich ist ja keiner geschädigt worden. Auch wenn dem so ist, hinterlässt das Ganze einen merkwürdigen Eindruck. Der Krankenversicherte bzw. Patient ist über seine Rechte nicht informiert.

Wir mussten uns zwangsweise einen neuen Orthopäden für die Kinder suchen. Grundsätzlich möchte ich nicht behaupten, dass unsere neue Wahl schlecht war. Über eine Tatsache war ich dennoch verwundert. Im Gegensatz zu unserm letzten Orthopäden, der vehement gegen Einlagen wetterte, wurden uns jetzt die Einlagen schon fast aufgezwungen. Ehe wir uns versahen, waren schon die Abdrücke genommen. Die fertigen Einlagen konnten wir heute abholen. Eigentlich ein Superservice oder?

Was mich stört, ist, das ich keine Wahlmöglichkeit hatte. Bis heute zur Abholung wusste ich nicht, welches Sanitätshaus die Einlagen anfertigt. Dabei garantiert das SGB, dem Versicherten die freie Wahl des Leistungserbringers. Das heißt also, eigentlich bekomme ich eine Verordnung und such mir mein Sanitätshaus selbst aus. Befremdlich ist auch, dass hier die Arztpraxis die Leistungserbringung des Sanitätshauses übernimmt. Aus einer ziemlich vollen Schublade wurden unsere Einlagen heraus gesucht und ausgehändigt. Eine Anprobe erfolgte nicht. Warum ich unterschreiben sollte, das ich mit der Ausfertigung und Qualität zufrieden bin und das die Einlagen mangelfrei sind, konnte ich nicht nachvollziehen. Die Lieferpapiere mussten wir am Tresen unterschreiben. Auf die Frage, an wenn wir uns wenden sollen, falls die Einlagen nicht passen wurden wir an das Sanitätshaus verwiesen. Die Adresse fanden wir übrigens nach einigem Suchen auf den Einlagen. Nichts gegen die nette Dame in der Praxis, aber ob sie sich mit Einlagen wirklich auskannte?

Machen wir uns nichts vor. Außergewöhnlich ist das nicht. Ich komme aus der Branche und in der ist es nun mal üblich, solche Kooperationen einzugehen. Die Krankenkassen können dagegen nicht vorgehen, weil Ihnen der Beweis fehlt, dass sie geschädigt worden sind. Schließlich ist es ja egal, ob Firma X oder Y die Einlagen gefertigt hat. Benötigt werden sie ja auf jeden Fall, außerdem gibt es ja einen Vertragspreis oder? Es bleibt also alles Spekulation, ob und in welcher Höhe die Ärzte dafür entlohnt werden, dass sie die Arbeit des Sanitätshauses übernehmen. Ebenfalls nur Vermutung, würde ein Arzt genau soviel Leistungen verordnen, wenn keine Kooperation bestehen würde?

Ich werde das Thema mal mit meiner Krankenkasse besprechen. Diese verfügt inzwischen über Statistik Werkzeuge um gewisse Zusammenhänge zwischen Leistungserbringern und Ärzten zu prüfen. Diese Form der Wettbewerbsverzerrung sollte unterbunden werden. Der Versicherte / Patient, sollte zumindest vom Arzt aufgeklärt werden und eine Wahlmöglichkeit haben.

Ein mir bekannter Blogger hat ähnliches erlebt. Hier nach zu lesen: Es lebe das System

Uwe Abel

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