Krankenkassen Domino?

Die Politik hat nun also erfolgreich die erste Krankenkasse über die Klinge springen lassen. Kurz danach kam die Meldung, dass die Vereinigte IKK wohl die nächste sein könnte. Die hat sofort dementiert. Als Beleg hierfür hatte man auf der Website unter anderem angeführt, man würde ja keinen Zusatzbeitrag erheben. Das ist inzwischen schon wieder anders. Das mit dem Zusatzbetrag wird nun die Vereinigte IKK nachholen. Die Versicherten dürften davon erstens verwirrt sein und zweitens verärgert austreten. Ohne Panik machen zu wollen und alle Fakten zu kennen, kommt man auf den Gedanken, dass hier die nächste Kasse im Sterben liegt.

Kurz vor der letzten Ölung scheint nun auch die BKK für Heilberufe zu stehen. Ähnlich wie bei der City BKK munkelt man schon längere Zeit, dass der Patient nicht mehr gesunden wird. Nur eine (In)Fusion scheint hier noch zu helfen. Zwei Wochen bleiben der BKK für Heilberufe noch für die Brautschau und um vor den Altar zu treten. Schwierig, gehen Sie mal als hässlicher armer Schlucker in die Disco und versuchen die Spitzenbraut innerhalb so kurzer Zeit vor dem Altar zu zerren. Das dürfte ein Problem werden.

Ein Problem haben auch die Versicherten der City BKK, die anscheinend doch nicht so einfach eine neue Krankenkasse finden. Das die AOK Nordost und andere Probleme bekommen war klar. Die City BKK in Berlin hat alleine 92.000 Versicherte. Wenn diese sich in Berlin nur auf wenige Krankenkassen verteilen gibt es zwangsläufig Probleme. Welche Krankenkasse, sieht es gern, wenn sie von kostenintensiven Ex-Mitgliedern überlaufen wird.

Insgesamt müssen die Krankenkassen von der City BKK 168.000 Mitglieder auffangen. Bei der Heilberufe wären es noch einmal 130.000 Mitglieder und sollte der Exitus auch die Vereinigte IKK ereilen kämen noch einmal 1,7 Millionen dazu. Keine kann voraussehen, wie sich die Versicherten entscheiden. Die Vermutung liegt nahe, das sich die Versicherten für eine Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag und/oder mit einer Geschäftsstelle in der nähern Umgebung entscheiden.

Was dann kommen mag, ist reine Spekulation. Die Gefahr ist aber gegeben, das weiter Kassen ins trudeln kommen und einen Zusatzbeitrag einführen oder erhöhen müssen. Dann würde es eine weitere Abwanderungswelle geben. Die Situation würde sich weiter verschärfen. Die Folge, weitere Schließungen. Wie weit dieser Dominoeffekt geht und vor allem wie schnell bleibt offen.

Gerade jetzt wo die Politik gebraucht wird, verlässt der Gesundheitsminister Rösler seinen ungeliebten Posten und hinterlässt seinem Nachfolger eine Großbaustelle. Dringend muss das ganze System unseres Gesundheitswesens reformiert werden. Ein drastischer Schnitt und ein Neuanfang sind erforderlich. Dazu gehört auch, dass man der Pharmalobby endlich die rote Karte zeigt und die Kosten für Medikamente drastisch senkt.

Uwe Abel

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