Wahlversprecher bei der Bildungspolitik.

Potsdam/Falkensee Kommt Versprechen von Versprecher? Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg hat viel versprochen. Vor der Wahl. Gehalten hat sie wenig. Aufgefallen ist die Regierung vor allem durch Ministerrücktritte, meistens nach Fehltritten. Auch vor der Bildungspolitik machen die Versprechenbrecher nicht halt. Gerade jetzt wo zur Ü7 Anmeldung neue Spitzenzahlen erreicht werden wird die Situation immer dramatischer. Überlastete Lehrer, immer mehr Unterricht, der ausfällt, überfüllte Klassen und und und. Ein Ergebnis der rot-roten Bildungspolitik. Zeit mal an die Versprechen von SPD und „Die Linke“ zu erinnern, die sie vor der Wahl gegeben haben. Hier eine kleine Auswahl.

Im Programm der SPD heißt es ab Seite 21:
3. Wir werden ein Programm „Gute Lehrer für gute Schulen“ auflegen. Dieses Programm wird folgende Punkte enthalten:
In den nächsten fünf Jahren werden wir 1.250 neue Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Um die Qualität des Unterrichts und die gute Unterrichtsversorgung weiter zu verbessern, wird ein großer Teil dieser Neueinstellungen bereits zu Beginn der Legislaturperiode erfolgen. Die zusätzlich eingestellten Lehrerinnen und Lehrer werden dazu beitragen, dass der Unterrichtsausfall weiter sinkt.

4. Wir werden die Selbstständigkeit der Schulen weiter ausbauen. Bürokratische und statistische Verpflichtungen sollen abgebaut werden. Bei der Berufung von Schulleitungen soll der Schulträger eine größere Mitsprache haben. Schulleitungen sollen einen größeren Einfluss bei Personalentscheidungen haben und einzustellende Lehrkräfte selbst aussuchen können.
Quelle Wahlprogramm der SPD

Bei den Linken heißt es unter anderem ab Seite 18:
Brandenburgs Bildungssystem fehlt es heute sowohl an Qualität als auch an Kontinuität. Knackpunkte   sind die unzureichende Personalausstattung und die frühe Auslese. Dazu kommt die chronische Unterfinanzierung. Die übergroße Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger glaubt nicht, dass dieses Bildungssystem die jungen Leute gut auf das Leben vorbereitet.

Wir wollen dafür sorgen, dass keine Schulklasse im Land mehr als 24 Schüler zählt. Die verbesserte   Personalausstattung ist nicht nur Voraussetzung für die Umsetzung zukunftsfähiger Bildungskonzepte. Sie muss endlich den Skandal beenden, dass Unterricht in Größenordnungen ausfällt bzw. solcher Ausfall mit windigen Notlösungen kaschiert wird. Um dies zur erreichen, muss der Abbau der Lehrerstellen in Brandenburg sofort gestoppt werden.
Quelle Wahlprogram „Die Linke“

Das ist nur ein kleiner Auszug. Im Moment erfahren wir aber das Gegenteil. Zum Beispiel in der Kantschule Falkensee. Dort fällt schon ständig Unterricht aus und die sonstigen pädagogischen Leistungen wurden zurück gefahren. Die Eltern protestieren und wehren sich dagegen. Vor kurzem wurde bekannt, dass bereits jetzt der Schulrat Hr. Panther mitgeteilt hat, das die Verträge von zwei engagierten Lehrern nicht verlängert werden und das auch nicht mit vielen Neueinstellungen zu rechnen ist. Dies wurde gerade bekannt als die Zahlen für die Ü7 bekannt geworden sind, Demnach hat die Kantschule im neuen Schuljahr mit 214 neuen Schülern zu rechnen. Bei 6 Klassen wären das 35,6 Schüler. Die Schulen sind an der Kapazitätsgrenze. Das betrifft aber wohl auch die umliegenden Gemeinden.

Kurzer Rückblick nach oben. Sie erinnern sich an das Wahlversprechen von „ Der Linken“? Nicht mehr als 24 Schüler. Der Unterrichtsausfall soll zurückgehen?

Räumlich ist das Thema auch schon ein Problem. Durch die Sanierungsmaßnahmen fehlen Klassenzimmer an der Kantschule und am neuen Gymnasium. Aber der Lehrermangel bricht dem Bildungssystem das Genick. Versprechen gebrochen Schulen das Genick gebrochen? Die Qualität an unsern bisher guten Schulen ist in Gefahr.

Wohin soll das noch führen, was steckt dahinter?
Wir haben die Befürchtung, dass nun Lehrkräfte aus den Randgebieten einspringen müssen. Unsere guten Lehrkräfte wandern nach Berlin ab und werden sogar noch vom Schulrat dazu animiert. Berlin lockt mit unbefristeten Verträgen, Verbeamtung und mehr Gehalt.

Im letzten Bildungsausschuss in Falkensee am 02.03.2011 wurde das Thema auch noch mal aufgegriffen. Verwundert hat e mich schon, das gerade Frau Geist von „ Die Linke“ sich gerade dafür einsetzt. Hilfreicher wäre es, wenn sie Parteifreunde an die gegebenen und bisher nicht eingehaltenen Versprechen erinnern würde. Trotzdem erfreulich, das sie sich zusammen mit Bündnis 90 / Die Grünen mit dem Thema beschäftig und den Bürgermeister um Unterstützung bittet. Von der Stadt ist keine Hilfe zu erwarten, da dies ein Thema der Landesregierung ist. Trotzdem oder gerade deswegen sollte Herr Heiko Müller(SPD) seine Genossen mal informieren und ebenfalls. An ihre Wahlversprechen erinnern. Für seine Straßenpläne setzt er sich ja auch energisch bei der Landesregierung ein.

Nur am Rande. Herr Gall der Referent zum Jugendförderplan hat Herr Heiko Müller und die Stadt dafür kritisiert, weil die Umsetzung des Jugendförderplanes des Landkreises Havelland in Falkensee nicht gut durchgeführt wird. Das vorhandene Potential wird nicht genutzt. Klar wenn man sich nur mit Straßenbau befasst, bleibt die Jugend Förderung auf der Strecke.  Zurück zu Thema

Wollen wir hoffen, dass sich Schüler, Lehrer, Eltern und andere dafür einsetzen, dass die Lehrkräfte an der Kantschule bleiben dürfen und im vernünftigen Maße Lehrkräfte eingestellt werden. Wir müssen auf die Einhaltung der Wahlversprechen bestehen, damit eine qualitative hochwertige Schulbildung für unsere Kinder erfolgen kann. Wenn die Einsparungen weiter gehen werden wir bei Pisa und andern Vergleichen bald wieder das Schlusslicht sein.

Uwe Abel

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