Die Lust an der Katastrophe

Glaubt man dem Mayakalender ist 2012 Schluss mit lustig. Das Ende der Welt naht.  Wer den Film gesehen hat überlegt vermutlich krampfhaft in welcher verlassenen Region gerade die Archen gebaut werden und ob der Bausparvertrag vielleicht doch für einen Platz reicht.

In den letzten Wochen häuften sich die Katastrophenfilme. Auch unser Privatfernsehen, allen voran Sat1, zeigte den einen oder andern Film. Nicht immer bedeuteten die Szenarien  das Ende der Welt. Die Qualität der Filme ist nicht immer wirklich gut gewesen aber es gab auch Szenarien, die durchaus realistisch waren.

„Last Impact“ lief auf Sat 1 und nahm das alte Thema mit den Meteoriten  wieder auf.  Der schlug aber auf dem Mond auf, der wiederum auf die Erde zu stürzen drohte. War eine Mischung zwischen den üblichen „Deep Impact“ und ein bisschen wie „The core“, weil die Schwerkraft wegen elektromagnetischer Störungen vorübergehend außer Kraft gesetzt wurde.  Laaaangweilig!

Dann war doch noch „Tod aus der Tiefe“ ein Ökothriller der doch sehr an „Der Schwarm“ von Frank Schätzing erinnert. Auch andere Klassiker des Genres konnte man dort wieder erkennen. Nett gemacht, aber einige Handlungsstränge und Zusammenhänge waren doch sehr übertrieben. die Schlussszene erinnert mich an „2001 Odessey im Weltall“. Der Film war recht unterhaltsam.

Am realistischsten fand ich „Restriskio“. Der Film über einen Reaktorunfall wies doch starke Ähnlichkeit zu den Vorfällen im Kernkraftwerk Krümel bei Hamburg auf. Hat mich echt schockiert und verängstigt. Hätte aus meiner Sicht noch drastischer ausfallen können. Der Film macht Werbung dafür, sich gegen die Atomlobby zu stellen und weiter gegen die Castortransporte zu kämpfen.

Warum sehen wir so gerne Katastrophenfilme? Haben wir die Hoffnung, das was auf der Leinwand zu sehen ist, eine ewige Fiction bleibt? Das trifft sicher nicht auf alle im Kino gezeigten Katastrophen zu. Denken wir doch mal an Filme aus der Vergangenheit. Spätestens seit Tschernobyl werden Filme wie das „China Syndrom“ nicht mehr als Sience Fiction betrachtet.  Auch nach den Tsunamis, riesigen Waldbränden und Winterkatastrophen wird der eine oder andere vielleicht nachdenklich und glaubt nicht mehr daran, das die Klimaveränderung ein Meteorologenmärchen ist.

Eins ist meiner Meinung nach sicher, wenn die Menschheit nicht umdenkt, brauchen wir keinen Meteor oder „Außerirdische“, die uns ausrotten, das wird die Menschheit wohl selbst tun. Wenn dann doch einmal Besucher unseren toten Planeten besuchen und im Archiv die Katastrophenfilme finden, werden sie diese vielleicht für Dokumentarberichte halten.  Aber wir können ja darüber mal nach 2012 noch einmal reden oder auch nicht.

Uwe Abel

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