Die Akademie der Träume.

Das Orwell Jahr 1984 war überstanden. Jetzt war 1985. In den Charts fand man Paul Young, Nena, Queen sang Radio Gaga, genau das mit dem Metropolis Video. In diesem Jahr begann die Karriere der Bands Alphaville und Frankie goes to Hollywood. Es war das Jahr der großen Wave Bands Duran Duran – Wild Boys, Ultravox – Dancing with Tears in my Eyes und die Eurythmics nahmen sich mit Sexcrime das Jahr 1984 vor. Genial auch Dr. Mabuse von Propaganda.

Bei solchen gewaltigen Bands und dem Mainstream der die Charts dominiert geht schon mal was unter. Leider! So richtig haben sie den Durchbruch nie geschafft. Die Rede ist von „The Dream Academy“

In Wikipedia wird Sie als britische Folkrockband bezeichnet. Trifft es nicht ganz. Die Platte ist irgendwie zeitlos und passt nicht so richtig in irgendeine Schublade. Ihre erfolgreichste Single war Life in a Northern Town, die in Großbritannien Platz 15 und in den USA-Billboard-Charts Platz 7 erreichte. Das Debüt Album The Dream Academy wurde von keinem geringeren als David Gilmour produziert und erreichte USA Platz 20. Das „Ah hey ma ma ma“ aus dem Refrain von „Life in a Northern Town“ wurde 1997 von Dario G. für seinen Dance-Hit Sunchyme gesampelt.

Das Debüt von 1985 ist eine schöne eingängige Popplatte mit guter Hand gemachter Musik. Nie langweilig und sehr abwechslungsreich.

„Life in a nothern Town“ erinnert an die Swinging Sixties und ist ein echter Ohrwurm. Gewidmet ist der Song Nick Drake.

„The edge forever“ beginnt getragen und wird dann ein recht schneller Popsong mit einem interessanten Saxophonsolo. Der Song wurde ursprünglich als Promosingle veröffentlicht und ist auch im Film „Ferris macht blau“ wieder zu finden

Johnny (New Light) gehauchter Gesang am Anfang alla Ultravox. Interessante Tempiewechsel und Percussion. Geht ins Ohr. Der Traum geht weiter. Schneller als „Nothern Town“ aber mindestens genauso ein Ohrwurm.

In „Place on the Run“ ist klar die Handschrift von D. Gilmour zu erkennen. Langsame Nummer mit verspielter Akustikgitarre im Dialog mit Streichern, dann ein Rhytmuswechsel der fast schon zum tanzen einlädt um dann je wieder zu enden. Der Song lässt einen in einen sanften poppigen Traum hinein gleiten.

„This World“ beginnt mit hektischem Straßenlärm und der Sirenen einer Ambulance. Der Song hat etwas Hymnenartiges unterbrochen von etwas Stakkatoartigen Passagen fast schon mit Sprechgesang. Der Song steigert sich. Die Bläserparts könnten auch von den Beatles kommen. Sgt. Pepper lässt schön grüßen.

„Bound to me“ Die Nummer erinnert mich doch sehr an Level 42 so ein bisschen gemixt mit Big Country. Genialer Slapbass wie von Mark King.

„Moving on“ Ist dann wieder etwas langsamer. New englisch Soul mit einer Prise Motown. Mit genialem Saxophon Einlagen um dann fast schon spärisch, floytig auszuklingen.

„The Love Parade“ Gehauchter Gesang zum Anfang. Poppig Soulig hat etwas von Fairground Atraction, Swingout Sisters, Double, Style Council und ähnlichen Bands. „This one is dedicated to the one I Love“

„The Party“ Der Gitarrenpart erinnert ein wenig an „Neddles and Pins“ gespickt mit Bläsern. Eher eine traurige Party. Am Ende klingt wieder „The Nothern Town“ durch.

„One Dream“ Eine Ballade mit sehr verspielten Saxophon. Der würdige Abschluss.

Fazit: Eine Pop-Perle, mit wenigen Schwachpunkten. Mal poppig, rockig, dann wieder Soul mit den Swinging Sixties gemixt. Gerade das richtige um einen an einem kalten Winterabend zu wärmen.

Uwe Abel

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