Castor, Pollux und die Atome

Pollux, war der Sohn von Zeus und Leda und Castor sein Bruder wurde in der gleichen nach zwischen Leda und ihrem Man gezeugt. Nicht schlecht, Zwillinge in einer Nacht von verschiedenen Kerlen. Entscheidender Unterschied, Pollux war unsterblich Castor nicht. Der wurde dann auch erschlagen und Pollux verzichtete auf seine Unsterblichkeit, weil er bei seinem Bruder im Hades sein wollte. Nette griechische Tragödie und das ist auch das einzige was das ganze mit dem Castor (cask for storage and transport of radioactive material), also Fass zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials, gemeinsam hat.

Das ganze Thema Atompolitik und Endlagerung ist eine Tragödie. Jedenfalls für alle Demokraten, die geglaubt haben, die Regierung steht zum Atomausstieg. Das Merkel eingeknickt ist und der Atomlobby zu Kreuze gekrochen ist, bleibt ein Schlag ins Gesicht gewesen. Das ganze dann noch als historischen Erfolg für eine alternative Energiepolitik zu verkaufen war dann der Tritt in die Familienjuwelen. Kein Wunder, das des Volkes Seele hoch kocht und die Demonstrationen wieder heftiger werden. Ob nun S21 oder Castortransporte, man will die politische Dreistigkeit nicht mehr länger hinnehmen. Unsere Tigerentenkoaltition regiert mit Arroganz, Ignoranz und Dummheit über mündige Bürger. Aber wie weit darf der Widerstand gehen?

Also Sachbeschädigung, Gewalt gegen die Beamten geht eigentlich gar nicht, vor allem wenn da schwere Verletzungen drohen. Leichtsinn oder Vorsatz? Allerdings auf den Boden liegenden Demonstranten mehrmals mit der Faust ins Gesicht zu schlagen ist auch nicht in Ordnung. Gewalt erzeugt Gegengewalt so heißt es in dem Song „Schunder“ von „Die Ärzte“.

Für meine Sympathie der Castorgegner und die Demonstranten habe ich heftige Kritik einstecken müssen:

Was Sie da über den Castor verzapfen ist unertragbar. Ich empfehle Ihnen sich mal ausgiebig über das deutsche Rechtssystem zu informieren!

Würde ich gerne tun, wenn unser Rechtssystem wirklich gerecht wäre.

Naja, wenn sich Gandhi, die französische Revolutionäre oder die mutigen DDR Bürger an die damals an die geltenden Gesetze gehalten hätte, wäre Indien immer noch britisch, in Frankreich würde König Nicola I. regieren und der Staatsratsvorsitzende Krenz würde dem Altvorsitzenden Erich Honecker den Scharnhorst Orden verleihen. Also darf man Gesetze brechen? Nein, nur wenn Sie die Freiheit der Bürger einschränkt, die ihre Meinung deutlich machen wollen und ihr Recht nach wirklicher und transparenter Politik einfordern. Das ist genau das, was die Piraten und auch ich fordere. Wir lassen uns nicht länger belügen.

Mir ist die friedliche passive Lösung ala Ghandi auch lieber aber wenn es nicht anders geht darf es gerne mal etwas deutlicher sein. Allerdings darf dabei niemand verletzt werden, es sei den zur Selbstverteidigung. Eigentum darf dauerhaft nicht beschädigt werden. Leider gibt es einige, die solche Demonstrationen nutze um nur aus Spaß zu zerstören oder Gewalt auszuüben. Die Bundesregierung muss zum einlenken gezwungen werden, damit die Endlagerung von Atommüll endlich ein Ende findet. Ich hätte da noch eine gute Idee der Merkel und den Atomkraftbefürwortern mal die Gefährlichkeit des Atommülls deutlich zu machen.

Sollen die sich doch selber so einen Castor in den Garten stellen. Wir könnten auch kleine Castoren herstellen, so als Anhänger für die Halskette oder Brosche zum Beispiel. Man stelle sich das Bild vor: Im Bundestag fällt das Licht aus und plötzlich wird der gesamte Saal radioaktiv grünlich von den kleine Castoren der Politiker gespenstisch ausgeleuchtet. Die Kuppel des Reichtages wird dann noch in Gorleben zu sehen sein. Dann können wir wirklich in eine strahlende Zukunft blicken.

Übrigens: Castor, der Bruder des Pollux hat zumindest als Stern im Sternbild der Zwillinge etwas mit unseren Castoren gemeinsam. Dort kann er genauso strahlen, wie die Castoren im Endlager.

Uwe Radioaktiv Abel

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Ein Kommentar zu “Castor, Pollux und die Atome”

  1. Hallo Uwe!
    Nun schreibe ich doch mal einen Kommentar in Deinen Blog…
    Wird ja Zeit …
    Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Mir ist so, dass es einmal einen Passus gab, nach dem Atomanlagen nur genehmigt werden durften, wenn eine Endlagerung sichergestellt ist.
    Die Realität zeigt, wenn der entsprechende politische Wille existiert, dann gelten solche Auflagen nicht.
    Naja, die Asse sollte eigentlich nur als Versuchslager dienen, wurde aber quasi als Endlager genutzt. Niemand kann heute mehr genau sagen, welcher Müll dort wirklich abgelagert wurde. Eine Sanierung ist ungewiss und verschlingt wieder einmal Milliarden.
    Bezahlt hat all dies der Steuerzahler.
    Dazu kommt noch die große Lüge vom billigen Atomstrom. Wenn für alle entstehenden Kosten die Verursacher – also die Atomindustrie – hätte aufkommen müssen, würde es heutzutage kein einzige Atomkraftwerk in Deutschland geben.
    Entlarvend ist doch auch, dass die Länder mit den meisten Atomanlagen kein Endlager bei sich wollen …
    Ein historischer Erfolg war die Vereinbarung zwischen Regierung und Atomindustrie in jedem Fall. Solch unglaubliche Dreistigkeit eines staatlich sanktionierten Kartells, welches für jeden ersichtlich nicht nur ein riesiges Milliardengeschenk für diese darstellt, sondern gleichzeitig die Entwicklung einer Alternative erheblich ausbremst, kann nur als historisch bezeichnet werden. Mit dem Milliardengeschenk können die beschenkten Konzerne kräftig in erneuerbare Energien investieren. So ist auch hier die Vormachtstellung im Markt gesichert.

    Grüße,

    Ralf

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