Personalnotstand in der Pflege treibt Frau Merkel zu zweifelhaften Aussagen.

Auf ZDF Online war zu lesen:
Merkel: Hartz-Bezieher in Pflege einsetzen
„Fachkräftemangel nicht allein durch Zuwanderung beheben“

So einfach geht das nicht. Der Pflegeberuf, ist halt nicht nur ein Beruf, sondern Berufung. Ein Hauptproblem, warum sich nicht mehr so viel junge Menschen für den Beruf begeistern lassen ist die Tatsache, das der Beruf in der Öffentlichkeit keine ausreichende Würdigung erfährt und keine hohe Wertigkeit hat. Die Pflegefachkräfte sind für das was Sie leisten einfach unter bezahlt.

Ich habe Berührungspunkte durch meine Tätigkeit mit Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. Die Personalnot ist groß. Auf Station ist man permanent unterbesetzt. Manche Etagen können im Heim nicht mehr belegt werden, das Personal fehlt. Ein Ambulante Pflegekraft muss am Tag soviel Patienten betreuen, das ihr pro Patient gerade mal drei Minuten verbleiben.

Jetzt werden sogenannte Altenpflegerhelfer/-in ausgebildet, mitunter bekommen diese sogar vom Amt den Führerschein bezahlt. Trotz dieses Angebot ist die Abbrecher Quote hoch und nur wenige gehen dann wirklich in den Beruf. ich weiß dies, weil wir im Rahmen der Ausbildung einen Kurs zum Thema Hilfsmittel anbieten.

So und jetzt will man die Arbeitslosen dazu zwingen? Das geht nicht. Natürlich bin ich der Meinung das, wenn man Leistungen vom Staat bekommt ruhig eine Gegenleistung erbringen sollte. Allerdings muss es da auch schon eine Auswahlmöglichkeit geben. Außerdem muss man hier auch mal an die Patienten denken, die sich darauf verlassen, das Sie vom geschulten Personal mit Liebe umsorgt werden. Da wäre ein unwilliger Hartz 4 Empfänger vielleicht nicht die richtige Wahl, der Omi die Windel zu wechseln.

Die Äußerung von Frau Merkel zeigt mal wieder, das sie von etwas spricht, worüber sie keine Ahnung hat und sich auch keine sachkundige Meinung eingeholt hat

Nun fallen auch die Zivildienstleistenden weg. Prozentual gesehen sind diese nicht unbedingt relevant, aber jede Kraft zählt in der Pflege. Denn es werden immer mehr Menschen älter aber auch pflegebedürftiger. Der Druck auf das Personal steigt, was zu höheren Fehlzeiten führt. Die Fluktation ist hoch und nach einigen Jahren steigen viele aus dem Beruf aus. Pflege ist immer noch vorwiegend weiblich, was dazu führt, das viele Kräfte ausscheiden um eine Familie zu gründen.

Was fehlt ist ein klares Konzept um den Beruf attraktiver zu machen. Auch Werbung für das soziale Jahr könnte nicht schaden. Man könnte z.B den Jugendlichen mit einem freiwilligen soziale Jahr in der Ausbildung entgegen kommen. Die Zeit könnte z.b auch als Wartesemester angerechnet werden.

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3 Kommentare zu „Personalnotstand in der Pflege treibt Frau Merkel zu zweifelhaften Aussagen.“

  1. Dass auch noch der Führerschein übernommen wird, ist wirklich etwas zu viel des guten, lieber sollte man wirklich Leuten, die ihn dringend benötigen, die Mittel zur Verfügung stellen, um endlich wieder Arbeit zu finden.

    1. Ja sehe ich auch so. Da gibt es viele, die ihn dringender benötigen. Viele mache die Ausbildung auch nur wegen des Führerscheins und freuen sich, das sie den dann umsonst bekommen haben. Das würde ich anders regeln. Es gibt aber auch einige Kurse, da ist der Führerschein erstmal nicht enthalten.

      Uwe

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