Ick loof durch den Park….

….und hab Bene wie Quark. So heißt es in der deutschen Version vom Discoklassiker „A walk in the Park“ der Nick Starker Band aus dem Jahre 1979.

Na ja nach einem Jahr laufe ich nun regelmäßig. Im Urlaub sogar fast jeden Morgen. Ergebnis: Mir geht es gut und von den 130 Kg bin ich auch runter. Im Moment stagniere ich so bei 107 kg. Ein Grund mehr weiter zumachen. Neben der Fitness und dem Gewichtsverlust entdeckt man doch einiges auf der Strecke was interessant ist oder einfach nur schön.

Meine Lieblingsstrecke beginnt zu Hause. Ich laufe zur Spandauer Str. Ecke Staakener Heuweg und biege Richtung Spandau ab. Nach ca. 0,5 km komme ich am Mauerweg vorbei. Ich laufe aber weiter und biege dann rechts in Richtung Spektestreifen / Kiesteich ab. Links findet man einen ummauerten grünen Platz, der etwas versteckt zum picknicken einlädt. Da kann man dann aus dem Feuchtgebiet die Frösche quaken hören. Neulich gab es da ein richtiges Froschkonzert. Bei Regen verwandelt sich der Kiesweg eine Nacktschneckenautobahn. Nach ca. 300 Metern biege ich rechts über ein kleine Holzbrücke ab und lauf durch ein paar Kleingärten, an einem kleinen Fußballbolzplatz vorbei zum Mauerweg, dem ich in Richtung Spandau folge. Neulich ist mir auf dem Mauerweg auch noch Politprominenz entgegen gekommen. Frau Dorthea Staiger von der Kreistagsfraktion der Grünen grüßte mit freundlich vom Fahrrad entgegen.

Der Mauerweg mündet dann in den Finkenkruger Weg. Am Ende des Finkenkruger Wegs, Ecke Straße 347 steht ein Gedenkkreuz für Willi Block. Nachdem er 1962 zweimal aus der DDR geflüchtet und zweimal dorthin zurückgekehrt war, wurde Willi Block wegen angeblicher Spionagetätigkeit verhaftet und 1963 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Vorzeitig entlassen, versuchte er am 7. Februar 1966 in Staaken erneut nach West-Berlin zu flüchten. Im Grenzstreifen wurde Block von zwei Grenzsoldaten entdeckt und aufgefordert zurückzukommen. Weil sich seine Kleider im Stacheldraht verfangen hatten, konnte er der Aufforderung aber nicht folgen. Ein Kommandeur des 34. NVA-Grenzregiments tötete ihn mit einer Salve aus einer Maschinenpistole. Im Jahr 1997 wurde der Kommandeur wegen Totschlags in einem minderschweren Fall rechtskräftig zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. (Quelle: Chronik der Mauer). Jedes Mal, wenn ich an dem Kreuz vorbei laufe gehen mir Gedanken durch den Kopf, wozu ein Unrechtsregime und die Menschen so fähig sind. Ich laufe dann wieder rechts an den neuen Häusern vorbei, wo früher der Todesstreifen war. Am Ende des Albrechtshofer Weges geht es wieder rechts in Richtung Gedenkpark. Meist steht dort ein tschechischer Oldtimer, der gut Erhalten ist. Das Modell konnte ich Vorbeilaufen nicht erkennen. Dann laufe ich ein paar Runden im Geschichtspark de Kz-Aussenlagers. Das Konzentrationslager Sachsenhausen unterhielt 1943–45 ein Außenlager in Falkensee. In neun Steinbaracken waren 1 600 bis 2 500 Häftlinge vor allem aus Frankreich, Polen, der Sowjetunion und Norwegen untergebracht. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten sie für die DEMAG-Rüstungsbetriebe und auf dem Güterbahnhof Grunewald arbeiten. 1995 eröffnete der Geschichtspark Falkensee. Der Weg an den Resten und Spuren stimmt auch wieder nachdenklich, wenn man überlegt, welches Leid den Menschen hier zugefügt wurde.

Inzwischen findet man hier eine große Anzahl von Tieren. Riesige eine Weinbergschnecken kreuzen meinen Weg. Die eine oder andere Schlange habe ich auch schon gesehen. Der Fuchs und auch ein Reh haben mich schon mal verwundert aus dem Dickicht angeblickt. Nur den Wildschweinen bin ich bisher nicht begegnet. Ich denke, so ein wütender Eber wäre zwar förderlich für eine neue Bestzeit, aber ich kann auf eine Begegnung gern verzichten. Mäuse und Eidechsen habe ich auch entdeckt. Einmal habe ich eine verletzt Eideechse mit nach Hause gebracht und mit den Kindern wieder aufgepäppelt.

Leider wird an de dem See immer wieder illegal gebadet und geangelt. Schlimmer ist aber der Vandalismus. Ich hoffe die Stadt ersetz die Bänke bald gegen eine stabiler Version. Steinbänke wären nicht schlecht. Ärgerlich ist auch der Müll von irgendwelchen Alkis oder Wildcampern. Ich denke etwas mehr Polizeipräsens wäre ratsam.

Nach ein paar Runden im Park und an dem See vorbei geht es wieder auf die Hamburger Straße, da wo die Geschwister Scholl Grundschule ist. Ich laufe wieder zur Spandauer Straße und dann Richtung Berlin. Ich biege dann wieder in unsere Siedlung ein und laufe noch eine Runde bei den Nachbarn vorbei.

Manchmal variiere ich die Strecke auch etwas. Vielleicht hat ja mal Lust jemand mit zu laufen. Aber auch ein Spaziergang durch den Park oder ein Radtour kann sehr erholsam sein.

Uwe Abel

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