Sanitätshäuser zum Lieferservice degradiert

Seit einigen Jahren schreiben die Krankenkassen die Versorgung von Hilfsmitteln aus. Wir Leistungsbringer haben uns inzwischen daran gewöhnen müssen, das nur noch der Ausschreibungsgewinner die Versicherten in seinem Los versorgen darf. Dabei ist das Preis Niveau auch noch mal erheblich gesungen. Zum Glück haben einige Krankenkassen vom Thema Ausschreibung Abstand genommen und auch der Prozess der Mako GmbH hat dazu geführt, dass die Gerichte entschieden haben, dass Ausschreibungen nicht zwingend sind.

Leider gibt es auch Krankenkassen, die weiter ausschreiben. So auch die AOK Sachsen Anhalt. Nicht ungewöhnlich. Allerdings das Konzept ist nur sehr fragwürdig und bedarf einer strengen Prüfung.

Bei der Ausschreibung ging es um die PG 11. des HMV, den Antidecubitussystemen.
Offensichtlich hat der Ausschreibungsgewinner MGM ein Kontigent der Firma ADL gekauft und einen sensationell günstigen Preis abgegeben. Laut Aussage der AOK, Frau Engfer strebt die Firma aber noch die Zulassung als Leistungserbringer an. Das bedeutet hat ein Sanitätshaus eine Verordnung und ist kein Wiedereinsatz möglich, bekommt MGM die Verordnung und liefert dem Leistungserbringer die ADL-Wechseldruckmatratze, der sie dann für eine geringe Auslieferungspauschale ausliefern darf.

Ich finde dieses Konzept wie gesagt sehr fragwürdig. Die Firma ADL betreibt hier Preisdumping und setz hier Quantität vor Qualität. Die Festlegung auf ein Produkt verzerrt den Wettbewerb. ADL hat den Wettbewerb (KCI, HNE, SLK usw.) schon fast völlig vom Homecaremarkt verdrängt. Das kann nicht der Sinn des Wettbewerbsstärkungsgesetzes sein.
Das bei der Versorgung mit AD-System jetzt noch ein weiterer Leistungserbringer zwischen geschaltet ist, verkürzt sicherlich nicht die Versorgungszeiten.

Ganz bedenklich finde ich, das MGM noch nicht die Zulassung als Lieferant für die PG 11 hat und somit auf andere Leistungserbringer verlassen muss. Diese werden wohl das Spiel mitmachen. Irgendwann wird dann aber MGM die Versorgungen komplett übernehmen.

Ich kann nur mahnen dieses „Spiel“ nicht mit zumachen sonst werden die Sanitätshäuser irgendwann zu Service- und Auslieferungsstützpunkten irgendwelcher ominösen Hilfsmittelhersteller werden. Wehret den Anfängen.

Uwe Abel

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