Titel, Thesen, Temperamente oder Quo Vadis Piratenpartei.

Ja, warum eigentlich Piratenpartei? Weil ich was ändern wollte und mich nicht mit den etablieren Parteien identifizieren konnte. Ich wollte in der Regionalpolitik anfangen und hier im Havelland etwas die Kommunalpolitik verändern. Das will ich immer noch. Ich bin aber doch etwas ernüchtert. Da läuft doch einiges schief. Man hat den Eindruck nicht einer Partei Mitglied zu sein sondern einem Haufen unreifer Computer Egomanen, die Profilierungssüchtig sind. Das gilt sicher nicht pauschal für alle. Einige sind durchaus ernst zunehmende Politiker.

Klar ist das was gerade bei der Piratenpartei abgeht ein Prozeß des Werdens. Aber der Stil ist teilweise erschreckend. Wer sich mal die Dialoge auf den Mailingslisten ansieht wird entsetzt sein. Mit Demokratie hat dies oft dann nichts mehr zu tun. Andere Meinungen, die gegen die breite Masse stehen werden platt gemacht. Den „Andersdenkenden“ wird Ahnungslosigkeit unterstellt. Das bekannte Nuhr Zitat („Einfach mal die Fresse halten“) gehört da noch zu den harmloseren verbalen Entgleisungen. Schlimm auch die Angriffe auf Personen, die sich von Tauss distanziert haben und wie meine Freunde Sven Dartsch und Ingo Graetz zum Vorstand zitiert worden sind, bloß weil sie sich erlaubt haben öffentlich die Beziehung Piratenpartei und Tauss zu kritisieren. Soweit zum Thema Temperamente. Ich habe mich leider davon auch mal anstecken lassen, leider

Titel, ja Titel gibt es auch. Hat einer einen Titel und den damit verbundenen Posten oder ergreift Initiative und stellt was auf die Beine wird auch gerne auf denjenigen herum getrampelt. Siehe CSD Truck. Ist das Neid oder nur ein Isnogut – Komik? Zitat „Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen“. Will hier jeder ein Bestimmer sein und andern seine Meinung überhelfen? Die Piratenpartei ein Boot, in dem alle in eine andere Richtung rudern? Nein schlimmer, einige bohren Löcher ins Boot und schöpfen noch Wasser rein.

Ja und dann der Artikel zum Alkohol an öffentlichen Plätzen. Der regt mich richtig auf. Leute die Birne zudröhnen könnt ihr euch zu Hause, das müssen sich meine Kids nicht auf dem Marktplatz angucken. Alkoholverbot? Warum nicht? Klar muß man sich auch mit den Ursachen auseinander setzen, aber ich finde es, Entschuldigung, zum Kotzen wenn ich Samstag morgen Brötchen hole und die Penner auf der Bank das erste Bier trinken. Ich bin dafür, das Alkohol auf öffentlichen Plätzen verboten wird und in Zukunft Verstöße hart bestraft werden.

So jetzt kommen wir zu den Thesen. 10 Thesen zur Netzpolitik Okay, da hat sich jemand Mühe gegeben und Gedanken gemacht. Aber das geht mit teilweise irgendwie zu weit. Das ist ja schon fast etwas Sektenhaftes. Das Netz sollte nicht so einen großen Einfluß auf unser Leben haben. Wir sollten das Netz beeinflussen und es sollte uns dienen. Wir dürfen uns nicht zum Sklaven des Netzes machen. Muß ich mich demnächst doch für die blaue oder rote Pille entscheiden.
Beispiel?:
These 1 – Im Netz entscheidet sich die Zukunft
Die Forderung daraus: Das Netz braucht oberste politische Priorität.

Quatsch, Menschen entscheiden und beeinflussen die Zukunft dazu benutzen oder mißbrauchen das Netz. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Politik muß sich um die Bedürfnisse der Menschen kümmern. Diese haben Priorität nicht das Netz.
Auch die andern Thesen sind zwar interessant und Diskussionswürdig. Ich kann mich aber mit den meisten Aussagen identifizieren.

Auch wie sich die Piratenpartei bei der Abmahnung von Bushido wegen Urheberrechtsverletzung verhalten hat wirft nicht gerade ein gutes Licht auf uns.

Ich will noch nicht aufgeben, aber lange sehe ich mir das Elend nicht mehr an. Ich möchte hier im Landkreis politisch aktiv sein. So wie sich de Piratenpartei im Moment darstellt sehe ich da aber keine Chance. Die Partei braucht Struktur und den Willen sich mit kommunalen und realen politischen Themen auseinanderzusetzen.
Klar machen zum Ändern? Ja, aber zuerst bei uns intern.

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3 Kommentare zu “Titel, Thesen, Temperamente oder Quo Vadis Piratenpartei.”

  1. Dem eine sein früher Morgen, ist dem Schichtarbeiter sein Feierabend.
    Soll der jetzt vor der Arbeit sein Bier trinken?

    Gruß
    Jochen

    1. Dem Schichtarbeiter sei sein Bier gegönnt. Ob nun morgens oder abends, aber dann bitte in seiner Kneipe oder Biergarten. Aber bitte nicht auf irgendeiner Parkbank, an öffentlichen Plätzen auf U-Bahnhöfen oder sonst wo in der Öffentlichkeiten. Man kann doch seine Lust nach einem Bier solange zurückhalten bis man ein gemütliches Plätzchen gefunden hat.

      Uwe

  2. Das Ablehnen von Alkoholverbote hat nichts damit zu tun Alkoholleichen oder Randallierer zu tolerieren. Dagegen kann man auch ohne pauschale Prohibition immer noch vorgehen.

    Es geht um eine Flasche Bier beim Picknick oder mit dem Cocktail auf der Strasse vor der Kneipe zu stehen.

    Und zumindest in BaWü geht es auch darum nach 22Uhr den Wein für das Nachtdinner kaufen zu können.

    Penner zu verstecken oder Punks aus dem Gesellschaftlichen Leben zu verdrängen erscheint mir keine sehr nachhaltige Art sein Leben zu verschönern.

    Gruss
    Bernd

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