Bruno-Gehrke-Halle ist zum politischen Spielball geworden.

Die Demonstration zum Erhalt der Bruno Gehrke Halle war nicht sehr gut besucht. Herr Kessling hatte wohl mehr erwartet. Das sahen auch einige andere so und verabschiedeten sich schon vorher. „Das hat doch alles keinen Sinn“ war so der Tenor einiger Personen die auf den Marsch zum Rathaus warteten.

Ich schätze es waren ca. 70 Personen. Eine Zeit sah es so aus, als wäre die Polizei in der Überzahl. Man marschierte dann bis vor das Spandauer Rathaus, wo dann noch mal geäußert wurde, was man von dem Alleingang des Stadtrats Röding hält. Anwesend waren auch Politiker der SPD wie Herr Matz, Herr Schulz und Herr Saleh. Auch Vertreter des Berliner Senats waren anwesend. Stop Röding Schilder und Rote Karten wurden gezeigt.

Ob diese Aktion aber was an der Tatsache ändert, das der Mietvertrag gekündigt ist, bleibt mehr als fraglich. Bei der letzte BVV wurde ja noch mal auf Antrag der SPD über den Fall gesprochen und abgestimmt. Es bleibt dabei die Kündigung wird nicht widerrufen. Zünglein an der Waage ware dabei die (Grauen) Panther. Hätten diese für den Antrag de SPD und nicht für die CDU gestimmt hätte die Kündigung vielleicht zurückgenommen werden müssen. Haben die Panther vielleicht aus Angst vor Einschnitten im Seniorenbereich so abgestimmt oder sind Sie wirklich davon überzeugt, das die Halle zu teuer ist?

Rödings Vorgehensweise erscheint auf den ersten Blick korrekt ist aber fragwürdig. Fehlt doch ein Beleg darüber, das er versucht hat einen neuen günstige Vertrag auszuhandeln. Auch sein Konzept die Sportler anderweitig unterzubringen ist oberflächlich und lückenhaft, Nach Außen hin scheinen die betroffenen Sportvereine gut mit Alternativen versorgt. Schaut man genauer hin fehlt es doch an einigen Ecken und Enden. Der Verein TSV Spandau 1860 rechnet mit einem Mitgliederschwund von 30%. Das deckt sich dann nicht mit den Behauptungen der CDU, das bis auf drei kleine Vereine alle untergebracht sind. Fakt ist auch, das der BV Herr Kessling, Initiator der Bürgerinitiative auch ureigenste Interessen hat. Betreibt er doch seinen eigenen Fitnessclub in der Bruno-Gehrke-Halle. Auch der zweite Aktivist, Herr Machulik ist Bezirksverordneter. Nun ist sicherlich die politische Erfahrung auf einer Seite ein Nutzen aber anscheinend auch ein Fluch. Dies zeigte sich in bei der letzten Bezirksverordnetenversammlung als zum Thema abgestimmt wurde. Kessling erklärte sich selbst nicht für befangen und wurde aber trotzdem vom Ältestenrat auf die Tribüne verbannt. So fehlte der SPD eine wichtige Stimme.

Geht es den beiden Parteien wirklich darum um Kosten zu sparen oder um den Erhalt der Sportstätte unter sozialen Aspekten? Ich denk, daraus ist inzwischen mehr geworden. Der Wahlkampf auf Bezirksebene ist eröffnet worden und wird in Zukunft mit harten Bandagen ausgefochten. Die Bürger und deren Interessen, bleiben dabei vermutlich wieder auf der Strecke.

Uwe Abel

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9 Kommentare zu “Bruno-Gehrke-Halle ist zum politischen Spielball geworden.”

  1. Die Schließung der Bruno Gehrke Halle ist nur der Vorbote von dem was uns erwartet. Als nächstes sind eben die Jugendclubs und Seniorentreffs dran.

    Die Neustadt ist mit hohem Arbeitlosenanteil und großem Wohnungsleerstand, ein trauriger Fleck im Herzen von Spandau. Ich kann mir nicht vorstellen das einer der Abgeordneten im Rathaus in der Neustadt wohnt.

    Die Halle war eben ein Vorzeigeprodukt für alle Berlin-Brandenburger Boxer. Richtig ist das Spandau alle Boxveranstaltungen des Deutschen Box Verbandes abgibt an andere Orte und somit uninteressant wird. Bevor man ein Gebäude als marode sieht sollte man es vorher doch gesehen haben. Ich würde sagen der Bau ist gut in schuss. Übrigens der angebliche Trainer aus dem TV war kein Trainer.

    Wir Boxvereine werden natürlich auf die neue Halle warten die uns angeblich gebaut wird. Vielleicht werden wir sogar zu lange warten.

    1. Ja ob was neues gebaut wird, bzw. ob die Mittel überhaupt vorhanden sind, ist fraglich. Da man ja weiß, wieviel Zeit von der Beantragung, Planung usw. bis zu einem fertigen bezugsreifen Bau vergehen kann, stimmt die Situation nicht wirklich optimistisch. Haben wir doch eine Haushaltssperre. Neue Projekt sind fraglich. Klar haben wir das zum großen Teil auch der SPD (Kleineidam und Meys) zu verdanken. Bloß auf den Fehlern rumzureiten hilft den Betroffenen nicht weiter. Was wir brauchen ist ein transpartente Lösung. Ich denke aber über den Mietvertrag zu verhandeln und vielleicht mit Hilfe der Vereine in Eigenleistung einen Teil der Halle zu sanieren wäre eine Option gewesen. Und das unterstelle ich mal Herr Röding, das er eine Alternative nicht ernsthaft in Betracht gezogen hat. Auf Grund der desolaten Finanzlage ist wahrscheinlich mit weiteren Einschnitten zu rechnen. Allerdings wird das vor der Wahl nicht im großen Maße passieren. Ich fürchte, das dies Problematik im Wahlkampf thematisiert wird.

    2. Ich empfehle Ihnen beiden die Lektüre der „Strukturentscheidungen“ von CDU, FDP und Panthern unter http://www.cdu-spandau-fraktion.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=329. Nach diesem Artikel und insbesondere dem angehängten Dokument werden keine Jugendclubs und auch keine Seniorentreffs geschlossen. Einsparungen werden hauptsächlich beim Bezirksamt selbst vorgenommen. Aber lesen Sie sich das besser selbst durch.

      Die neue Halle ist keine neue Idee. Wie in einem Beitrag auf TV Berlin vom 3.7.2010 geäußert wurde, ist die Halle bereits seit Jahren als Schulsporthalle für die Grundschule am Grüngürtel in der „Investitionsplanung“. Das bedeutet, dass die Halle schon in den nächsten drei/vier Jahren real werden kann, wenn sich alle Parteien einig sind. Die Schulsporthalle müsste natürlich den Erfordernissen der Sportvereine umgebaut/umgeplant werden.

      Ich kenne die Bruno-Gehrke-Halle und war auch schon mal in ihr. Nach meiner Ansicht ist sie stark renovierungs- und modernisierungsbedürftig.

      Der Bezirk hat vor Jahren mit dem Bund über die Miete der Bruno-Gehrke-Halle verhandelt, denn dass die BGH geschlossen werden soll, ist eine Diskussion, die seit Jahren geführt wird und im Prinzip auch von allen Fraktionen (auch der SPD im übrigen) in der BVV anerkannt war. Der Bund hat nach den letzten Verhandlungen mit dem Bezirk keinerlei Signale gegeben, dass es hier weiteren Verhandlungsspielraum bei der Miete gibt. Gleiches haben auch die Bundestagsabgeordneten Swen Schulz und Kai Wegner erfahren.

      Ich weiß nicht, ob einer der Bezirksverordneten in der Neustadt wohnt. Jedoch darf man – bei allem Verständnis für die angespannte soziale Lage in der Neustadt – nicht die acht anderen Ortsteile Spandaus aus dem Blick lassen, die sich ebenfalls in angespannten sozialen Lagen befinden. Nicht umsonst hat der Berliner Senat fast 80% von Spandau zum Stadtentwicklungsprojekt erkannt.

      Den Euro kann man auch in Spandau nur einmal ausgeben. Mir ist es lieber, dass die Jugendclubs und Seniorentreffs weiterbetrieben oder das Licht in den Grünanlagen angeschaltet bleiben kann, als dass man auf Teufel komm raus, eine zwar traditionsreiche aber dennoch am Ende zu teure Halle weiterfinanziert, wenn man die Sportangebote weitestgehend aufrecht erhalten und sogar langfristig eine moderne neue Halle kann.

  2. Die jungen Sportler aus der Bruno Gehrke Halle wissen leider nicht, was ihnen aus der Hand genommen wird. Nicht nur der Spandauer Boxsport, sondern auch der Berliner Boxsport wird langfristig unter dieser Entscheidung leiden. Die Neustadt ist schon seit vielen Jahren ein Problemvirtel ohne Perspektive für Jugendliche und Familien. Auch die Integrationsarbeit der Sportvereine wird somit zerstört. Ja vielleicht muss man sparen, aber nicht an der Jugend. Denn sie ist die Zukunft von Morgen.

    1. Sehr guter Komentar. Sehe ich auch so. Wir werden nicht aufgeben gegen irrsinige Entscheidugen und inkompetente Politiker zu kämpen. iIh hoffe bei der nächsten Wahl 2011 nutzen möglichst viele die Möglichkeit in Spandau was zu ändern. Geht alle zur Wahl ud wählt die CDU ab.

    2. Der Spandauer Boxsport ist gesichert und hängt nicht von der Bruno-Gehrke-Sporthalle ab. Die Boxwettkämpfe werden an anderen Orten abgehalten und auch der Boxverein zieht in eine nahegelegene Halle um. Und dort können sie – anders als überall behauptet – natürlich ihre Sandsäcke an der Decke befestigen.

      Zudem trainieren in der Bruno-Gehrke-Halle – insbesondere in den Boxvereinen – eben nicht ausschließlich (oder zumindest zum überwiegenenden Teil) Kiez-Jugendliche, sondern laut Aussagen eines Boxtrainers am Rande der Abendschaureportage Sportler aus Nauen, Falkensee und anderen Bezirken. Warum also ein Bezirk, der kurz vor dem Bankrott steht, eine so teure und marode Halle für Sportler aus einem anderen Bundesland bzw aus anderen Bezirken unterhalten soll, erschließt sich mir nicht.

      Die neue Halle, die in wenigen Jahren am Askanierring gebaut werden soll, ist zudem eine wichtige Perspektive auch für die Neustadt.

      Die Neustadt selbst ist so gut wie fast kein anderer Kiez in Spandau mit Angeboten und finanzieller Förderung versorgt: Streetworker, Quartiersmanagement, Berufsförderung.

      An der Jugend wird nicht gespart, sonst hätte man Jugendclubs und andere Angebote, die ebenfalls teuer sind, dicht gemacht.

      @rincewind: Ehe man von „irrsinnigen Entscheidungen“ und „inkompetenten Politikern“ spricht, sollte man sich umfassend über die Vorgänge informieren und nicht Sachverhalte ausblenden, die einem vielleicht nicht passen. Ich wundere mich bei Ihren Berichten sowieso darüber, warum sie nicht auf die 20 Millionen Euro Schulden eingehen, die den Bezirk überhaupt erst in die Not gebracht haben, jetzt solche Entscheidungen treffen zu müssen. Und warum sie nicht darüber schreiben, dass die Stadträtinnen Kleineidam und Meys wöchentlich neue Schulden fabrizieren, aber nicht einen Vorschlag erbringen, wie man das Geld einsparen kann.

      1. öhem zugegeben, die SPD habe ich bisher noch nicht so oft hier im Blog verhackstückt. Lesen Sie aber bitte mal die Artikel, die ich über Frau Kleineidam geschrieben habe. Auch Heiko Müller(SPD) aus Falkensee hat schon einiges von mir abbekommen.

        Einfach Suche „Kleineidam“ eingeben. Mit der SPD bin ich auch nicht einverstanden und da werde ich mich auch noch mit beschäftigen. Außerdem hoffe ich, das dann im nächsten Jahr endlich Schluß ist mit dem rot rotem Senat. 🙂

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