Das Warten auf den Marktschreier.

Nein es geht nicht um den nächsten Wettbewerb der Marktschreier mit Käse-Paul, Aal-Dieter oder wen auch immer. Es geht um das kleine Werbeblättchen aus Nauen. Ich hatte schon mal drüber berichtet.

Jetzt kam eine Reaktion, die vorab schon im Internet zu lesen ist und vermutlich in der nächsten Ausgabe zu finden ist.

Ich glaube der gute Herr Koch hat meinen Artikel nicht richtig verstanden. Ich rede mit keinem Wort davon, das ich einen Vergleich zur Presse des 3. Reiches ziehe. Ich bemängle nur den Stil, der von der hörigen Presse in Diktaturen oft dazu benutzt wird Andersdenkende zu diffamieren.

Grundsätzlich habe ich mit unserer kommunalen Politik auch ein Problem, und das unabhängig von der Partei. Ich bin nicht ohne Grunde der Piratenpartei beigetreten und habe den Kreisverband Havelland mit gegründet. In der Politik der etablierten Partei fehlt es u.a. an Transparenz. Auch darüber war hier schon viel zu lesen.

Im aktuellen Fall finde ich es aber gut, das Herr Fleischmann auch die Bürger ernst nimmt, die halt nicht mit der Firma und der Verwertung von Kfz-Altlasten einverstanden waren. Ich habe meinen Artikel auch sicher nicht geschrieben um den Herrn Fleischmann damit einen Gefallen zu tun. Mir geht es nur um die Bürger, die sich gegen den Mineralölhandel Schmidt ausgesprochen haben.

Provokation ist manchmal das einzige Mittel von der Politik wahrgenommen zu werden und um eine Reaktion zu bekommen. Ein Stilmittel, das ich selbst auch mal mehr oder weniger erfolgreich einsetze. Im Klartext, Erst wann man meckert oder stänkert werden die Herrn Politiker wach und reagieren erschrocken und sind auf einmal Gesprächsbereit. Allerdings die Andeutungen von Herrn Koch, die Beamtenbestechung und illegale Entsorgung von Abfällen in der Kiesgrube unterstellen, könnten die Anwälte der Angesprochenen auf den Plan rufen. Ich hoffe Herr Koch hat dann Beweise. Wenn dem aber so wäre sollte er vielleicht im Sinne aller Beteiligten selbst Anzeige erstatten. Umweltverschmutzung und Bestechung sind keine Kavaliersdelikte!

Der Artikel „Der Marktschreier zeigt Wirkung“ bringt zwar einiges durcheinander, aber was soll’s. Vielen Dank für die Werbung. Ich finde mit einem etwas anderes Design und nicht mit ganz so vielen Unterstellungen sowie etwas weniger schreiender Werbung in eigener Sache könnte der Marktschreier durchaus eine Alternative zur ansonst unkritischen Presse im Havelland sein. Der Titel Marktschreier ist dabei auch nicht wirklich hilfreich. Wie wäre mit einem Extablatt als Einleger. Titelvorschlag „Havelländer Allgemeine“ , „Havelländer Volkszeitung“ oder „Havelländer TAZ“. Ist ja nur so ne Idee. 😉 Es fehlt jedenfalls eine kritische und sachliche Stimme gegen MAZ, Brawo, Preußenspiegel usw.

Uwe Abel

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Ein Kommentar zu “Das Warten auf den Marktschreier.”

  1. Sehr geehrter Herr Abel,

    nochmals möchte ich das Werbeblättchen „Marktschreier“ ausdrücklich gegen jedwede Unterstellung verteidigen „rechts“ zu sein! Egal was auch immer man von dem Blatt und den Beteiligten halten mag. „Bild“ Stil, populistisch usw. damit haben wir kein Problem. Wir stellen fest, dass unser Blatt offenbar von vielen Menschen gelesen wird. Darauf kommt es an! Wir sind alles mögliche aber ganz sicher nicht rechtsextrem oder verfassungsfeindlich!

    Nun zu den angeführten Unterstellungen gegen Beamte, Kiesgrubenbetreiber und den fiktiven „Container-Willi“. Hier wurde in keiner Weise auf einen konkreten Fall Bezug genommen. Jedoch kursiert in der Presse derzeit ein „Müllskandal“ im Jerichower Land, wo angeblich sogar der dortige Landrat, Lothar Finzelberg, 370.000 € Bestechnungsgelder erhalten haben soll. Hier nehme ich ausdrücklich Bezug auf diverse Presseberichte. Für entsprechende Berichte durchaus renomierter Medien genügt es z.B. bei Google „Jerichower Land“ + „Müllskandal“ + „Bestechung“ einzugeben. Warum sollte derartiges – sollten sich die Vorwürfe gegen Finzelberg als richtig herausstellen – nicht auch in unserer Region möglich sein? Ist es inzwischen wieder unzulässig eine derartige Frage in Deutschland, insebsondere auf dem Gebiet der EX – DDR aufzuwerfen? Sind die Zeiten von Honecker und Mielke, wo lautes nachdenken dazu führen konnte das man sich plötzlich z.B. in Bautzen wiederfand zurückgekehrt? Ich warte nur noch darauf das man für die Anschaffung z.B. eines Fotokopiergerätes eine staatliche genehmigung benötigt!

    Nun zu der Firma Schmidt, die Altöl und Filter einsammeln möchte. Natürlich sind auch wir gegen Gift und Gefährdung von Kindern z.B. durch Verkehr. Nur um was für „Gift“ handelt es sich denn? Derartiges „Gift“ befindet sich z.B. auch in jedem der Autos mit denen die Kinder zur Schule gefahren werden. Deshalb ist es aus unserer Sicht ein Beitrag für den Umweltschutz wenn Firmen wie Schmidt ein Netz aus Sammelstationen für Öl und Bremsflüssigkeiten aufbauen. Es wird von Seiten der angrenzenden Schule das Bild vermittelt, dass Firma Schmidt auf dem Gelände eine „Anlage“ zur aufbereitung von Altöl betreiben möchte und dadurch Giftige Dämpfe entweichen, Gerüche entstehen und inakzeptabler Lärm! Die Belastung durch LKW der Firma Schmidt wird derart dargestellt, als wenn das Postverteilzentrum Börnicke sich neben der Schule ansiedeln würde.
    Fakt ist das dort lediglich Öl in Tanks gesammelt- und dann später zur aufbereitung in eine Raffinerie gefahren werden soll. Die ganze Aufregung darüber ist aus unserer Sicht an den Haaren herbeigezogen. Nur der wahre Grund für die ganze Aufregung darüber hat sich uns bisher noch nicht erschlossen. Das „Gift“ und die vielleicht 6 – 10 LKW am Tag können es aus unserer Sicht jedenfalls nicht sein!

    Zu dem Bild mit dem toten Hund! Jugendschutz ist wichtig, da gebe ich ihnen natürlich recht. Nur so „schrecklich“ wie es von Ihnen dargestellt wird ist das Bild einfach nicht. Fast jedes Kind schaut heute Fernsehen und geht ins Internet. Da ist z.B. Bruce Willis, der die Menschen gleich dutzendweise erledigt zu sehen. Nette „RUF MICH AN – JETZT!“ Damen werben um Aufmerksamkeit. Von den Dingen die einem beim einschalten des PCs automatisch „aufpoppen“ mal ganz zu schweigen. das Bild führt dazu das der Artikel gelesen und nicht einfach überblättert wird – darauf kam es uns an!

    Und zu guter letzt möchte ich hier die Frage aufwerfen was an solcher Kritik, wie z.B. in der Sache „Öl-Schmidt“ unsachlich sein soll? Vielleicht hätten wir es etwas diplomatischer und weniger reisserisch aufmachen können. Darüber lässt sich sicher diskutieren und streiten. Aber wir WOLLEN provozieren. Wir WOLLEN das die Menschen aufgrund von reisserisch aufgemachten Schlagzeilen das Blatt lesen und nicht in der „runden Akte“ ablegen. Wir wollen das die Leute diskutieren. Und genau das ist uns offensichtlich ja auch gelungen.

    Ich kenne auch kaum jemanden, der zugibt, der die grosse Zeitung mit den vier Buchstaben zu lesen. Trotzdem werden jeden Tag mehrere Millionen Exemplare verkauft! Wie ist das nur möglich? Von den schrecklichen Bildern die dort oftmals zu sehen sind ganz zu schweigen.

    In diesem Sinne

    viele Grüsse aus Nauen

    Gary Koch

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