Bernd, BMW und bayerische Elefanten!

Mittwoch nachmittag. Das Telefon schrillt.
Bernd ist dran „Haste am Wochenende Zeit? Ich will nach München“
„Moment!“ Mal schnell den Hörer zugehalten. „Schaaaaatz“. Aus der Küche kommt ein leises „Jahaa.“ „Ich muß am Wochenende auf Geschäftsreise.“ „Ach du armer, muß das den sein?“ „Ja leider, sonst kann ich die nächste Beförderung vergessen, mein Chef ist nachtragend.“ Hähä wirkt immer. „ Na schön dann fahr ich zur Mutti am Wochenende halt alleine“

Wieder ins Telefon „Bernd ist geritzt“. „Okay Alter dann am Freitag um 7:00 am Flughafen Tegel. Ticket ist schon bezahlt geht auf mich.“ „Bis Freitag, bye.“

Super München, Biergarten und fesche Mädels im Dirndel. Ich freue mich riesig. Aber warum hat er mich eingeladen. Da steckt doch noch was dahinter. Bernd ist sonst nicht so großzügig.

Im Flieger ließ er dann die ganze Wahrheit raus. Seinen neuen 5er BMW wollte er mit mir abholen und dann noch München unsicher machen. Treffen mit unsern Kumpels von früher usw. Natürlich wollte er die Strecke nicht alleine zurück fahren.

Nach der Landung gleich zu BMW, das Auto übernommen und ab in Richtung Biergarten. Während Bernd mir die Vorzüge und die Ausstattung seines schwarzen Flitzers erklärt, knabbere ich genüsslich an einem Apfel. An einer Ampel müßen wir etwas länger stehen .Auf einmal schiebt sich ein Schatten vor das Auto. Als ich nach rechts aus dem offenen Fenster blicke starre ich auf eine graue Wand. Ich glaub es nicht! Neben dem Auto steht ein Elefant. „Oh,“ sage ich „der Zirkus macht anscheinend Werbung mit einer Parade oder so.“ Während ich schon in Kindheitserinnerungen schwelgte, schießt auf einmal der große Rüssel in das Auto und klaut mir meinen Apfel. „Eyyyyy, was soll das!“ brülle ich. „RUMMS!“

„Was war das!“ Bernd ist ganz nervös, das sehe ich an seinem Zucken unter dem Auge. „Ähhh, ich glaube der Elefant hat gegen das Auto getreten“. „Waaaaaaaas“ Bernd springt aus dem Auto und tanzt wie Rumpelstilzchen vor der Beifahrertür hin und her. Inzwischen bin ich auch ausgestiegen. „Mein schönes Auto. Die Tür, was für eine Beule, das kann doch nicht wahr sein.“ Während Bernd schluchzend vor seinem Auto auf die Knie fällt, kläre ich mal schnell die Formalitäten mit dem Zirkusdirektor. Das wird die Versicherung schon regeln. Nachdem Bernd sich beruhigt hat setzen wir unsern Weg zum Treffen mit unseren alten Freunden fort.

Es wurde ein sehr feuchter fröhlicher Abend. Ich hielt mich vornehm zurück, aber Bernd gab sich die Kante. Um es kurz zu machen. Wir mußten ihn gegen 02:00 morgens ins Hotel tragen.

Samstag morgen. Bernd am Frühstückstisch sah aus wie das blühende Leben. Wer weiß was der für Pillen geschluckt hat. Seine Laune hatte sich auch gebessert. Wir frühstückten fröhlich und machten uns auf den Weg. Kurz vor der Auffahrt zu Autobahn mußten wir an einer Ampel ziemlich ruckartig bremsen. Bernd hatte bei gelb über die Ampel brettern wollen und gemerkt, das es sich um eine Blitzerampel handelte. Also stieg er voll auf die Eisen. Die Qualität der BMW Bremsen bewies sich in dem wir sofort zu Stillstand kamen. Allerdings waren die Bremsen des folgenden Mercedes nicht ganz so gut. Quiiitsch, rumms. Wir standen auf einmal mitten auf der Kreuzung. Bernd sank mit seinem Kopf auf das Lenkrad „Das darf doch nicht wahr sein. Erst 200 km gefahren und schon zwei Unfälle. Das ist einfach zuviel“ Bernd ist völlig am Boden.

Wir sprangen beide aus dem Auto. Gott sei Dank war keiner verletzt. Bernds 5er war aber ca. 20 cm kürzer. Bernd kauert sich mit glasigem Blick an den Straßenrand.

Es dauerte ca. 10 min, da kamen die bayrischen Ordnungshüter um den Unfall aufzunehmen. Einer der Beamten, so ein typischer Urbayer ging um Bernds BMW und murmelt immer wieder die selben Sätze.

„ja des is aba a scheene Bescherung, des scheene Auto.“ und „Des wird bestimmt sehr teia“. Als der ca. 1,90 Meter große Beamte an der Beifahrertür vorbei kam stutzte er. „Des hia is aba ned von dem Unfoi“
„De Beile konn aba ncht von jetzt sei. De war doch voaha schon drin oda?“

Bernd fing irrsinnig an zu Lachen: „Hihihihihi, das ist gestern ein Elefant gegen getreten.“ Der Beamte bekam große Augen:“ Ja natürlichen wollen Sie mal bitte hier rein pusten?“ Er hielt Bernd einen Alkoholtester hin. „ Sie haben’s anscheinend anständig einen gesoffen, Sie halluzinieren ja anscheinend ach nach“ Es kam was kommen mußte, laut dem Gerät hatte Bernd noch Restblut im Alkohol, äh nein natürlich Restalkohol im Bluat. Der Beamte wollte schon den Führerschein haben, da kam mir die rettende Idee.
„Herr Oberwachtmester“,
„Ah ei echta Preiße“
„Ähem mir müssen se denn aba och blasen lassen“
„Warum denn jetz des“ der Beamte kuckt doch etwas verdutzt.
„Na, sag mal Meneken schnallst de dat jetz nicht? Icke bin jefahren als dit jerummst hat. Und das mit dem Elefanten stimmt wirklich“
„na Ihna konn geholffa werdn.“
Ich durfte endlich in das Gerät pusten und da ich mir ja nicht am Vorabend die Lichter ausgeblasen hatte, war der Test negativ. Das doofe Gesicht von dem Beamten hättet Ihr mal sehen sollen. Sein Kollege hat inzwischen alle Daten aufgenommen und wir wurden mit einem
„sehn zua, des sie weiderkomma“ verabschiedet.
Super da sind wir noch mal davon gekommen.

Acht Stunden später sind wir dann mit Bernds Schrottauto wieder in Berlin angekommen. Viel aben wir nicht mehr gesprochen Bernd bedankte sich mehrmals Überschwenglich bei mir als er mich vor meiner Haustür absetzte. Oben angekommen knallte ich mich gleich aufs Sofa. „War’s anstrengend Schatz?“ fragte meine bessere Hälfte. „Nö wie immer völlig langweilig und ereignislos.“ „Ach erzähl mal.“ Doch da war ich schon ein geschlummert.

P.S. In vier Wochen bekommt Bernd seinen neuen BMW.
Bayerische Übersetzung http://respekt-empire.de/Translator/?page=news

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