Die Rache der Schnecken

aus dem englischen „The Rage of the Slugs“ v. Ule Wabe

Schaaatz!
Ja?
Wir brauchen Weinbergschnecken!

Das war vor fast drei Jahren. Ein harmloser Dialog anscheinend, der in die Katastrophe führte.

Also wozu Weinbergschnecken? Okay, die schmecken in Kräuterbutter ganz lecker.
„Weil die, die Nacktschnecken fressen, die wiederum meine schönen Pflanzen im Garten fressen.“
Also meine bessere Hälfte wollte die Nacktschnecken los werden. „Wer hat dir den gesagt, das Schnecken andere Schnecken fressen?“ Ich hatte davon nie gehört. Kannibalische Schnecken? „Das weiß ich von Mutter“ Na klar Schwiegermutter! Wenn ich de Gute mit einem Besen in der Hand sehe , über lege ich, ob die wohl gerade zum Blocksberg fliegen will. Von der kam bisher selten was Gutes.

Also schön! Sind wir an eine Stelle gefahren, wo es in Falkensee Weinbergschnecken gibt, haben reichlich eingesammelt und die Tierchen im Garten ausgesetzt. Das Thema lies mir aber keine Ruhe, also am Sonntag nachmittag an den Rechner und gegoogelt. Ich brauchte nicht lange dann hatte ich es. Zeitgleich hörte ich einen hysterischen Schrei meiner Frau. Ich stürzte in den Garten. Tja was soll ich sagen. Anstatt die Nacktschrecken zu fressen machten sich die Weinbergschnecken gemeinsam mit ihnen über die Pflanzen her. War ja auch Klar, das ist ein absolutes Märchen gewesen. Ich hab’s doch gewußt. Für meine Rechthaberei wurde ich dann noch belohnt und durfte alle Schnecken wieder einsammeln und auf das unbebaute Grundstück gegenüber bringen.

ALLE? Nein! Bis heute finden wir vereinzelt immer noch Weinbergschnecken, die sich über unser Pflanzen hermachen. Die letzte war Adele. Adele hatte zu Abend gegessen und die einzigste Sonnenblume meiner Frau vernichtet. Ich entsorgte Adele auf die gewohnte Weise. Während ich noch überlegte, wie weit ich Sie wegbringen sollte, oder ob sie wirklich mit Kräuterbutter schmecken würde, hörte ich erneut meine Frau schreien.

Ich drehte mich um und sah meine Frau in der Einfahrt stehen. Ein völlig entsetzter Blick und ihr ausgestreckter Arm ließen mich zur Straße blicken….

Hundert, nein Tausende von den Damals eingesammelten Weinbergschnecken samt Kinder und Enkel machten sich zielsicher auf den Weg zu unserem Garten. Als ich meinen Blick verzweifelt gen Himmel richtete sah ich einen Besen in großer Höhe über meinen Kopf fliegen. Bevor ich zusammen mit meiner Frau ins Haus stürzte, glaubte ich ein hämisches Kichern von Oben zu hören.

Tja und jetzt sitze ich hier und schreibe diese Zeilen auf meinem Laptop. Die Schnecken haben sich an der Terrassentür fest gesaugt, es dringt nur noch wenig Tageslicht ins Zimmer und die eine Scheibe hat auch schon einen Riß…………

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4 Kommentare zu “Die Rache der Schnecken”

  1. Schade um das Bier. 😉
    Ich hab auch mal einen Eimer voll eingesammelt und wollte die Schnecken dann ertränken. Aber die Mistviecher krabbeln ja auch unter Wasser an den Eimerwänden hoch…

    Mit etwas Salz ging es dann. Ja macht man nicht, ich weiß…

  2. Ich sitze hier und komme aus dem Lachen nicht mehr heraus … Ja, Schnecken können eine Plage sein – insbesondere die Nacktschnecken. Doch eines hab ich auch mitbekommen: Sie lieben Bier!!! Also Bierfallen aufstellen und regelmäßig entsorgen. Und zwar an Stellen, die weit weg von den Pflanzen sind. Der Duft zieht die Nacktschnecken an und sie ertrinken „betrunken“.
    Einfach mal ausprobieren. Ich hab gute Erfahrung damit 🙂

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