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Gegen das Vergessen!

FALKENSEE Na schön, es war saukalt, aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Also habe ich meinen Allerwertesten doch noch von der Couch hoch bekommen und auf den Weg gemacht. Ziel: Der Platz vor dem Rathaus in Falkensee. Thema: Mahnwache für Fukushima.

Bald ist der Jahrestag der Katastrophe, die viele vermutlich schon aus ihrem Gedächtnis verdrängt haben. Um so wichtiger ist es die Erinnerung daran aufrecht erhalten wird. Informationen über den Status Quo um und in Fukushima sind in den Medien ja eher spärlich gesät. Was ist zum Beispiel aus den Arbeitern, geworden? Umso besser, das Bündnis90/Die Grünen und die lokale Agenda zur Mahnwache aufgerufen haben, die ja heute bundesweit auch in anderen Städten stattgefunden haben.

So wenig waren wir dann auch nicht. Die ca. 15 tapferen Atomkraft Gegner erregten sogar so viel Aufmerksamkeiten, dass sich auch die Presse, dick eingemummelt, die Mühe machte um über die Mahnwache zu berichten. Nach einer kurzen Begrüßung wurde eine Schweigeminute eingelegt. Es folgte ein kurzer Vortrag von Herrn Hans W. Jacobi, der uns noch einmal kurz das Geschehen vom letzten Jahr in Erinnerung brachte. Danach wurde besprochen, wie die Mahnwache für den 11.03.2012 geplante werden kann. Ursula Nonnemacher, Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende (Grüne/Bündnis90) wies auf die Wichtigkeit der Mahnwachen hin, betonte aber auch das wir uns verstärkt für eine konstruktive Umsetzung der Energiewende einsetzen müssen. Auch in Brandenburg liegt da einiges im Argen, weil die Regierung nicht handelt und die gesteckten Ziele nicht erreicht.

Zwischendurch kam sogar auch einmal die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen raus. Eine Strahlung mit der wir gut leben können. Aber auch die Gemeinschaft und der Zusammenhalt wärmte uns. Ein durchaus positives Ereignis. Hinter sind einige auf einen Kaffee mit Frau Nonnemacher ins Bio Backhaus gegangen. Dort gab es ebenfalls noch einige interessante Diskussionen. Wir hoffen, das am 11.03. dann noch mehr zur Mahnwache kommen um der Opfer zu gedenken. Wir sollten nicht vergessen, wie auch Herr Jacobi feststellte,dass eine Katastrophe wie in Fukushima jederzeit auch in Europa, vielleicht sogar in Deutschland möglich ist.

Uwe Abel

Mahnwache Spezial

Seit der Katastrophe von Fukushima, haben wir uns jeden Montag zur Mahnwache vor dem Rathaus Falkensee. Zum Anfang waren wir viele, dann wurden es weniger. Trotz der langen Zeit treffen sich immer noch mehr als 10 Atomkraftgegner zur Mahnwache.

Wir haben in dieser Zeit eine Menge interessanter Beiträge zum Thema Atomkraft, Atomwaffen, Risiken und natürlich auch über die Alternativen gehört. Der Ausstieg, bzw. der Konsens ist aber für die meisten noch nicht genug. Also machen wir weiter. Sehr bewegend war auf der letzen Mahnwache der Brief von Frau Masako Hashimoto aus der Präfektur Fukushima. Der Brief zum nachlesen

Die nächste Mahnwache wird etwas ganz besonderes. Sebastian Pflugbeil wird uns besuchen und einen Vortrag halten. Wer ist das überhaupt.

Sebastian Pflugbeil ist Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. Er war nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ca. hundertmal in der Region, davon sechsmal im Kraftwerk selbst. Er gilt als einer der wenigen, die das Innere des Sarkophags inspiziert haben.

Der 63-Jährige hat an der Universität Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) Physik studiert. Wegen DDR-kritischer Äußerungen wurde seine Promotion erst nach der Wende anerkannt.

Im Jahr 1989 hat der Bürgerrechtler das Neue Forum mitbegründet. 1990 war er Minister ohne Geschäftsbereich unter Hans Modrow und stellte ein umfangreiches Dossier über die Atomkraftwerke der DDR für den Zentralen Runden Tisch zusammen.

Seit 1993 ist Pflugbeil Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von Tschernobyl.

Ich glaube das wird sehr interessant. Die Mahnwache wird daher vermutlich nicht auf der Wiese vor dem Rathaus stattfinden, sondern im Haus am Anger.

Uwe Abel

Grün gegen den Merkel Murks.

Grün wird bei der Energiewende voran gehen. Die Zukunft gestalten: erneuerbar, effizient und energiesparsam. Die atomare Vergangenheit endgültig beenden. So heißt es in dem Antrag, der auf der außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz am 25.06. zur Abstimmung kommen wird. Der Antrag hier zum nachlesen.

Heute war zu hören, dass die Ökopartei mit Bauchschmerzen dem von der schwarzgelben vorgeschlagenen Ausstiegsplan zustimmen würde. Wie gesagt wird die Basis darüber noch abstimmen. Ausgang ungewiss. Einen kleinen Hinweis gibt es. Die Grünen entdecken langsam die Möglichkeit das Internet zur Meinungsbildung zu nutzen. Im Wurzelwerk gab es eine kleine Abstimmung, die noch läuft. Die Aussage ist eindeutig, 55% wollen, das das letzte AKW bereits 2017 und nicht erst 2022 abzuschalten ist. Von den andern Themen, wie Endlagerung usw. die bisher nicht akzeptabel gelöst sind mal ganz zu schweigen. Ich denke für können den Merk-Murks nicht zustimmen. Wir können noch mehr erreichen. Grün steht in der Verantwortung. Angeregt von G.Gunkel möchte ich das an einem Beispiel veranschaulichen warum der Ausstieg jetzt kommen muss. Ein Raucher zum Beispiel sagt, ich könnte jetzt aufhören zu rauchen, aber wenn ich in 5 Jahren aufhöre, reicht es aber auch noch. Dummerweise stirbt der Raucher bereits nach drei Jahren an Lungenkrebs. Genauso ist es mit dem Atomausstieg. Das Risiko, das doch noch ein Unglück passiert ist wesentlich größer, wenn erst
2022 das letzte AKW abgeschaltet wird. Diese Verantwortung bin ich als Grüner nicht bereit Mitzutragen. Nicht das es irgendwann in der Aufzählung der AKW Katastrophen heißt: Sellafield, Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima, Biblis oder Brockdorf. Die “Grünen” müssen auf den ursprünglich von rot-Grün geplanten Ausstieg bestehen.

Uwe Abel

AUSGESTRAHLT

Oder wie den Grünen das Lachen verging.

So oder so ähnlich könnte man den Brief interpretieren, den Jochen Stay von .ausgestrahlt als offenen Brief an den Bundesvorstand der Bündnis90/Grünen geschrieben hat. offener_brief_gruene

Kurz gesagt, so wie der Atomkonsens jetzt aussieht dürfen und können die Grünen nicht zustimmen. Der Brief wurde heute auf der Mahnwache in Falkensee verlesen. Der Blick in die Gesichter meiner Grünen Freunde zeigte, dass viele dem Inhalt zustimmten. Allerdings wich auch das Lächeln aus dem Gesicht der Anwesenden ob der harschen Worte. Unsere Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete U. Nonnemacher nahm auch Stellung zu dem Brief.

Natürlich ist es eine schwierige Entscheidung für meine Partei und das am 25.06. ein Parteitag stattfindet, wo das Thema diskutiert und entschieden werden soll ist schon mal lobenswert, aber bei weitem nicht ausreichend. Hier muss wirklich die gesamte Basis befragt werden. Wir können nicht Basisdemokratie einfordern und dann eine solche Entscheidung den Delegierten überlassen. Jetzt wäre ein Werkzeug zur schnellen Abfrage eines Meinungsbildes notwendig.

Natürlich ist der Schritt der derzeitigen Regierung ein Schritt in die richtige Richtung, aber zufrieden können wir damit nicht sein. Das ganze hat zu viele Haken. Ich bin überzeugt, das Grün mehr erreichen kann. Auch wenn es einfach für Jochen Stay ist diesen Standpunkt zu vertreten, er braucht ja nicht aus politischen Kalkül Rücksicht auf irgendeine Partei nehmen, stimme ich seinen Ausführungen zu. Bei den Grünen muss man abwägen, welche Auswirkung die Entscheidung auf die folgenden Wahlen hat. Dazu habe ich meine ganz persönliche Meinung.

Grün muss mit Nein stimmen und mehr fordern. Natürlich muss diese Entscheidung deutlich mit Begründung publiziert werden. Eine Schlagzeile wie ” Die Grünen stimmen gegen den Atomausstieg” wären schlecht, sind vermutlich aber nicht zu vermeiden. Da gegen zu steuern ist nicht das Problem. Ich fürchte eine andere Entscheidung, nämlich ein Ja zum Vorschlag der Regierung, könnte zu einer Spaltung führen und dem Mitgliederzuwachs abträglich sein. Aber Panik machen gilt nicht. Ich erwarte mit Spannung die Entscheidung vom Parteitag.

Uwe Abel

Ostermontag in Falkensee

Ja natürlich war Mahnwache. Mit Lieblingstochter Nr. 2 war ich rechtzeitig vor Ort um die Vorbereitung zu treffen. Die Transparente waren aufgestellt. Die Fähnchen mit der Aufschrift “Abschalten” hatte meine Tochter gleichmäßig in die Blumenkübel verteilt. Wir hatten noch etwas Zeit, also spielten wir mit einer “Atomkraft? Nein Danke!” Frisbee Scheibe zwischen den Transparenten.

Ja wir waren heute nicht sehr viele, aber wir werden uns weiterhin jeden Montag vor dem Rathaus um 18:00 versammeln um der Opfer in Japan zu gedenken. Das tun wir solange, bis feststeht, dass alle AKWs in Deutschland abgeschaltet werden.

Unser Handeln ist nicht umsonst, sondern wir auch in Japan wahrgenommen. So schreibt eine Brieffreundin aus Tokio meiner Tochter, das sie unser Widerstand gegen die Atomkraft und das Gedenken gut findet. Sie selber sind immer noch versichert. Die Lage scheint stabil zu sein, aber auch sie zweifeln daran, dass die Regierung wirklich umfassend und ausreichend informiert. Ein Grund mehr weiter zu machen.

Uwe Abel